Erste Schritte, die du sofort umsetzen kannst

 
Foto einer Löwenzahn-Pflanze an einer Steinmauer
 
Betrachtet „Un-“kraut nicht als unschöne Gesellen im Garten, sondern als Wildkräuter und Stärke der natürlichen Biodiversität. Ein Rückgang der Insekten ist vor allem bei den „Allroundern“ (den häufigen Insektenarten) zu sehen, gerade weil die allgemeinen Kräuter („Beikräuter“) verschwinden. 
 
Gestalte deinen Garten oder Balkon abwechslungsreich, um vielen Tieren und Pflanzen Unterschlupf zu bieten.
 
Verzichte beim Gärtnern auf Pestizide, Mineraldünger, häufiges Mähen und torfhaltige Erde. 
 
Nutze nur Saatgut und Pflanzen mit dem Bio-Siegel und biete Raum für alte heimische Sorten und Wildpflanzen: Wald-Engelwurz, Wald-Geißbart, Wald-Segge, Wald-Storchschnabel, Wald-Witwenblume, Wald-Ziest, Weidenblättriger Alant, Weidenblättriges, Ochsenauge, Weißer Mauerpfeffer, Weißer Steinklee, Wiesen-Flockenblume, Wiesen-Knöterich, Wiesenmargerite, Wiesensalbei, Wiesen-Schafgarbe, Wiesen-Schlüsselblume, Wilde Karde, Wilde Malve, Wilde Möhre, Zypressen-Wolfsmilch
Teich in einem Garten, in dem Menschen arbeiten
 
Foto einer Bibernell-Rose mit weißen Blüten in Nahaufnahme
Insektenfreundliche Sträucher: Alpen-Johannisbeere, Alpen-Rose, Bibernell-Rose, Blaue Heckenkirsche, Dornige Hauhechel, Echtes Geißblatt, Echte Mispel, Eingriffeliger Weißdorn, Elsbeere, Essig-Rose , Europäische Eibe, Färber-Ginster, Gewöhnlicher Blasenstrauch, Gewöhnlicher Liguster, Gewöhnliche Mehlbeere, Gewöhnl. Pfaffenhütchen, Gewöhnliche Pimpernuss, Gewöhnlicher Schneeball, Gewöhnliche Stechpalme, Kopf-Geißklee, Kornelkirsche, Mönchspfeffer, Rotblättrige Rose, Rote Heckenkirsche, Schwarzer Geißklee, Schwarzer Holunder, Speierling, Steinweichsel, Strauchefeu, Strauch-Kronwicke, Wald-Geißblatt, Wolliger Schneeball, Zimt-Rose, Zweigriffliger Weißdorn.
 
Insektenfreundliche Bäume: Eberesche, Faulbaum, Felsen-Ahorn, Felsenbirne, Flaumeiche, Gewöhnlicher Feldahorn, Gewöhnliche Traubenkirsche, Ohrweide, Purpurweide, Rosmarinweide, Wildapfel
 
Pflanzlisten zum Download findet ihr beim NABU Baden-Württemberg.
 

Alte Bäume erhalten

Eher alte Bäume erhalten als neue pflanzen, denn durch einen fachgerechten Schnitt ist die Baumerhaltung immer die bessere Option für die Artvielfalt.
 
Eher intakte Wälder schützen /renaturieren als Aufforstungsprojekte zu starten. Denn ihre klimafreundliche Wirkung entfalten die Bäume erst in vielen Jahren.
 
Eher einheimische Baumarten wählen, denn die genetische Vielfalt ermöglicht es einheimischen Baum- und Krautarten, auf veränderte klimatische Bedingungen vor Ort zu reagieren. Dies bedeutet, dass die nächste Generation durch die Verbreitung von Samen auf eine andere genetische Ausstattung zurückgreifen kann.
 
Eine aktuelle Studie (DOI: 10.1399/NuL.52180 Aufderheide et al.: Zukunfts- oder Klimabäume) untersuchte Stadtbäume und vergleicht sie in ihrer auf ihnen lebenden Anzahl an Arten. Die Studie bezieht sich auf Bäume im Siedlungsbereich wie z.B. Stiel-Eiche, Sal-Weide, Hänge-Birke oder Gewöhnliche Mehlbeere. Die Auswertung der Baumarten zeigt, welche die meisten auf ihnen lebenden Arten besitzt (Stiel Eiche: 570 Arten) hin zu Baumarten mit am wenigsten auf ihnen lebenden Arten (Gewöhnliche Mehlbeere: 80 Arten). Nicht hier aufgelistet wurden invasive Baumarten und jene, die nicht als Klimabäume geeignet sind
Foto eines großen alten Baums vor dem Eingang zu einer Kirche
 

Lebensräume vor der Haustür

Begrünte überdachte Container für Abfalleimer

Quelle: Stefanie Biel / Naturgarten e.V.

In größeren Städten sind Wohnungen nicht nur für uns Menschen schwer zu finden.
Ältere Bäume sind gerngesehene neue Wohnungsstuben, da sie eine höhere Vielfalt besitzen. Bei Nistkästen ist die richtige Bauart des Kastens und die Exposition entscheidend. Bringen Sie die Nistkästen so an, dass sie vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt und nach Osten oder Südosten ausgerichtet sind. Sie sollten außerdem möglichst sicher vor Katzen, Mardern und Eichhörnchen hängen. Bringen Sie die Nistkästen daher je nach Art in mindestens zwei Metern Höhe an.
 
Vertikale Gärten und Fassadenbegrünung: An Hauswänden oder öffentlichen Gebäuden können vertikale Gärten installiert werden, die nicht nur optisch ansprechend sind, sondern auch zusätzliche Lebensräume schaffen. Die baufachliche Eignung müsste geprüft werden, um Schäden an der Fassade zu vermeiden.
 
Wasserstellen anlegen: Kleine Teiche oder Wasserbecken bieten Tieren wie Fröschen, Libellen und Vögeln Wasser Lebensraum Gemeinschaftsaktionen und Workshops: Binden Sie die Öffentlichkeit in Pflanzaktionen oder Workshops zum Thema Biodiversität ein, das schafft Bewusstsein und trägt zur aktiven Pflege und Wertschätzung der Grünflächen bei.
 

Do it yourself

Naturschutz- und Umweltverbände bieten Konstruktionsbeispiele und Bauanleitungen für Vogelnisthilfen und Fledermausquartiere an. Hier einige Beispiele:
 
Für Meisen, Sperlinge und Gartenrotschwanz:
Foto eines Star-Jungen in einem Vogelhäuschen und eines Stars mit Futter im Schnabel darauf