Fossile Abhängigkeit kostet evangelische Kirche jährlich 106 Millionen Euro zusätzlich
Kirchen und Klima-Allianz fordern mehr Tempo bei der Elektrifizierung und verlässliche staatliche Förderung

Die Forschungsstätte der evangelischen Studiengemeinschaft in Heidelberg FEST hat zu Beginn der Heizperiode ein Kurzgutachten über die Mehrkosten veröffentlicht, die für die evangelischen Kirchen in Deutschland durch die Preissteigerungen bei fossilen Energieträgern angefallen sind und weiter drohen.
Die Studie beziffert die Wärmekosten der evangelischen Kirchen auf 231 Millionen Euro im Jahr, rund 85 Prozent mehr als vor den Energiekrisen.
Dr. Benjamin Held, Autor der Studie und Leiter des Arbeitsbereichs Nachhaltige Entwicklung der FEST, erklärt: „Unsere Untersuchung zeigt, wie stark Kirchengemeinden derzeit noch von fossilen Energien abhängig sind: 84 Prozent des Wärmeverbrauchs kirchlicher Gebäude sind direkt auf Gas und Heizöl zurückzuführen. Bezieht man zusätzlich die fossilen Anteile von Strom und Fernwärme ein, liegt der Anteil bei rund 90 Prozent. Diese Abhängigkeit schlägt sich auch deutlich in den Kosten nieder. Seit der Energiepreiskrise 2022 liegen die Ausgaben der Gemeinden für Wärme und Strom nach unseren Schätzungen dauerhaft rund 60 Prozent über dem früheren Niveau. Es spricht vieles dafür, dass zukünftig nicht mit sinkenden, sondern mit weiter steigenden Preisen für fossile Energie zu rechnen ist, unter anderem durch steigende Gasnetzentgelte und CO₂-Preise, die Bio-Treppe sowie weitere geopolitische Krisen. Der Umstieg auf erneuerbare Energien ist deshalb nicht nur aus Klimaschutzgründen sinnvoll, sondern kann Kirchengemeinden auch langfristig vor dauerhaft hohen Energiekosten schützen.“
Hier geht es zur Kurzstudie
Dr. Sven Rudolph, Klimapolitischer Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Umweltbeauftragten der Gliedkirchen der EKD, erklärt: "Viele Kirchengemeinden haben sich längst auf den Weg gemacht und ersetzen alte Öl- und Gasheizungen Schritt für Schritt durch klimafreundliche Lösungen. Doch gerade für kleinere Gemeinden ist die Wärmewende eine erhebliche finanzielle und organisatorische Herausforderung. Damit sie diesen Weg weitergehen können, braucht es verlässliche staatliche Förderung und kompetente Beratung. Die von der Bundesregierung geplanten Kürzungen bei der Förderung von Wärmepumpen und energetischer Sanierung setzen deshalb das falsche Signal."
Hier geht es zur Pressemitteilung der Klima-Allianz.
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Die Studie beziffert die Wärmekosten der evangelischen Kirchen auf 231 Millionen Euro im Jahr, rund 85 Prozent mehr als vor den Energiekrisen.
Dr. Benjamin Held, Autor der Studie und Leiter des Arbeitsbereichs Nachhaltige Entwicklung der FEST, erklärt: „Unsere Untersuchung zeigt, wie stark Kirchengemeinden derzeit noch von fossilen Energien abhängig sind: 84 Prozent des Wärmeverbrauchs kirchlicher Gebäude sind direkt auf Gas und Heizöl zurückzuführen. Bezieht man zusätzlich die fossilen Anteile von Strom und Fernwärme ein, liegt der Anteil bei rund 90 Prozent. Diese Abhängigkeit schlägt sich auch deutlich in den Kosten nieder. Seit der Energiepreiskrise 2022 liegen die Ausgaben der Gemeinden für Wärme und Strom nach unseren Schätzungen dauerhaft rund 60 Prozent über dem früheren Niveau. Es spricht vieles dafür, dass zukünftig nicht mit sinkenden, sondern mit weiter steigenden Preisen für fossile Energie zu rechnen ist, unter anderem durch steigende Gasnetzentgelte und CO₂-Preise, die Bio-Treppe sowie weitere geopolitische Krisen. Der Umstieg auf erneuerbare Energien ist deshalb nicht nur aus Klimaschutzgründen sinnvoll, sondern kann Kirchengemeinden auch langfristig vor dauerhaft hohen Energiekosten schützen.“
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Dr. Sven Rudolph, Klimapolitischer Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Umweltbeauftragten der Gliedkirchen der EKD, erklärt: "Viele Kirchengemeinden haben sich längst auf den Weg gemacht und ersetzen alte Öl- und Gasheizungen Schritt für Schritt durch klimafreundliche Lösungen. Doch gerade für kleinere Gemeinden ist die Wärmewende eine erhebliche finanzielle und organisatorische Herausforderung. Damit sie diesen Weg weitergehen können, braucht es verlässliche staatliche Förderung und kompetente Beratung. Die von der Bundesregierung geplanten Kürzungen bei der Förderung von Wärmepumpen und energetischer Sanierung setzen deshalb das falsche Signal."
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